Tempo 30: Warum die FDP dagegen ist

Belp diskutiert in öffentlicher Mitwirkung die neuen Tempo-30-Zonen, die im Zentrum entstehen sollen. Wir sind gegen diese Zonen. Das Radio BEO hat unsere Präsidenten Fabian Wienert dazu befragt.

Warum ist die FDP gegen die Einführung von Tempo 30?

Die FDP befürwortet die Einführung von Tempo 30 Zonen in Wohnquartieren sehr wohl, wenn dadurch die Verkehrssicherheit sowie die Wohn- und Lebensqualität effektiv erhöht wird. Vor-liegend schlägt der Gemeinderat aber die Einführung von Tempo 30 Zonen auf der Hohlestrasse sowie auf der Dorfstrasse vor. Also auf einer Kantonsstrasse. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile erachten wir die Einführung auf den vorgeschlagenen Strassenabschnitten als unzweckmässig, da infolge der Barriere der Verkehrsfluss alle acht Minuten unterbrochen wird. Wir können somit keine massgebliche Verbesserung erkennen. Vielmehr befürchten wir, dass es zu Umwegverkehr und damit zu einer Verlagerung des Problems kommt.

Was wäre der Nachteil einer Einführung von Tempo 30?

Die Variante Tempo 30 sieht auf der Dorfstrasse nur noch einen Fussgängerstreifen beim Schulhaus vor. Die Überquerung soll somit auf der ganzen Strasse für Fussgänger ermöglicht werden. Darin sehen wir eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer. Mit punktuellen Massnahmen bei den heutigen Fussgängerstreifen kann die Verkehrssicherheit viel einfacher erhöht werden. Die Einführung von Tempo 30 auf der gesamten Dorfstrasse dürfte auch wie gesagt zu einer Verlagerung des Verkehrs führen.

Ist Tempo 30 nicht eine höhere Sicherheit für Fussgänger?

Wenn gleichzeitig Fussgängerstreifen abgebaut werden, bin ich nicht überzeugt, dass dies den Fussgängern dient. Vor Festlegung von abweichenden Höchstgeschwindigkeiten ist zu-dem zu prüfen, ob diese nötig, zweck- und verhältnismässig sind oder ob andere Massnah-men geeigneter sind. Die vom Gemeinderat vorgeschlagenen punktuellen Massnahmen (Massnahmen beim Fussgängerstreifen, Pflästerung im Mittelbereich beim Abbiegen, Beibe-haltung andere Tempo 30 Zonen) erhöhen die Verkehrssicherheit. Hier dürfte also durch die Einführung von Tempo 30 auf der Dorfstrasse keine weitere Verbesserung erreicht werden, zumal wegen des Umwegverkehrs andere Gefahrenstellen entstehen könnten . Gerade auch in Quartieren. Die Massnahme darf also nicht isoliert betrachtet werden!

Was würde die Einführung Kosten?

Die Gemeindeversammlung genehmigte 2009 einen Rahmenkredit von CHF 700’000.00 für verkehrsberuhigende Massnahmen. Im konkreten Fall wurde über die Kostenfolge noch nicht diskutiert. Die FDP setzt sich dafür ein, dass die beschlossenen Massnahmen sinnvoll und kostengünstig umgesetzt werden. Bei der Frage, welche Massnahmen sinnvoll sind, ist die Kostenfrage nicht prioritär, anders aber bei der Umsetzung.

Ihre Erwartung der Bevölkerung zu ihrer Meinung?

Wir sind überzeugt, dass die Bevölkerung eine verhältnismässige und zweckorientierte Ver-kehrspolitik wünscht und mehrheitlich hinter der Position der FDP steht. Insbesondere wird es auch die Anliegen der KMU zu berücksichtigen gelten, die im Dorfzentrum massgeblich zur Attraktivität Belps beitragen.